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Medien & performative Künste

Die Fachgruppe Medien und performative Künste möchte Konservator:innen, Restaurator:innen und Fachleuten in verwandten Berufsfeldern eine interdisziplinäre Austauschplattform eröffnen und den Diskurs um die Erhaltung dieser Werke fördern. Diese Fachgruppe will ebenfalls Ansprechpartnerin für Museen, Archive und allen anderen Institutionen sein, welche mit der Erhaltung von Medienkunstwerken, digitaler Kunst und Performances konfrontiert sind. Durch Veranstaltungen, Konferenzen und Workshops sollen technische, theoretische und ethische Diskussionen ermöglicht und der Erfahrungsaustausch zwischen ihren Mitgliedern gefördert werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Kollaboration mit anderen Fachverbänden und Expert:innen gelegt werden, weswegen die Veranstaltungen der Fachgruppe auch für Nichtmitglieder des SKR zugänglich sein sollen. Die Fachgruppe Medien und performative Künste wurde im Jahr 2020 gegründet.

Zeitbasiert Medienkunst (time-based media)

Im Englischen bezieht sich der Begriff time-based media (“zeitbasierte Medienkunst”) auf Kunstwerke mit einer zeitlichen Komponente, die sich im Laufe der Zeit entfalten. Dazu gehören beispielsweise Video- und Tonkunstwerke, Filme oder Dias, Software-basierte Kunst und andere Formen zeitlich befristeter Werke wie Installationen oder Performances.

Konservierung-Restaurierung von Medienkunstwerken

Die Erhaltung von Medienkunstwerken birgt besondere Herausforderungen an die Konservierung: die Werke entstehen erst durch die Installation selbst und unterschiedliche Ausstellungssituationen bringen ein gewisses Maß an Veränderung und Interpretation mit sich; technologische Komponenten sind oft schnell veraltet und ein Austausch mit Ersatz- oder neuer Technologie ist vorprogrammiert. Konservator:innen finden sich also in einer Situation wieder, in welcher sie Veränderungen nicht nur managen sonder bewusst zulassen. Sie stellen die Integrität im Laufe der Zeit sicher, indem sie die Werke in jeder Phase ihres Lebenszyklusses erfahren, überwachen und dokumentieren. Die Arbeit mit Künstler:innen erfährt dabei einen ganz besonderen Stellenwert. Durch die Komplexität der Werke ist die Erhaltung von Medienkunst besonders interdisziplinär angelegt und sucht die Kollaboration mit Kurator:innen, Techniker:innen, Registrar:innen, Expert:innen sowie Künstler:innen. Restaurator:innen spielen dabei eine wichtige Rolle beim Ankauf, Künstler:innen-Interview, Ausstellungsaufbau und -dokumentation, Ausleihe, Analyse der Abhängigkeiten eines Kunstwerks von bestimmten technologischen Komponenten, Erstellung von Digitalisierungs- oder Migrationskonzepten und der Definition der wichtigen Kunstwerks-Parameter, damit die Identität des Kunstwerks jederzeit gewahrt bleibt - auch trotz möglicher technologischer Veränderungen.

Performance

Bei den performativen Künsten handelt es sich um Werke, welche an den Zeitpunkt der Aufführung und deren Rahmenbedingungen gebunden sind. Interessanterweise sind Performance und Video eng miteinander verbunden. Audiovisuelle Elemente wie Video sind in der Performance-Kunst häufig zu finden - sei es als intrinsisches Element der Performance oder als Dokumentationsinstrument. In der Tat wird bei Performance-Kunst, ein Beispiel für ephemere Kunst, die Überlieferung und Erhaltung von Wissen hauptsächlich durch Dokumentation gewährleistet, wobei unterschiedliche Strategien eingesetzt werden. Häufig wird aber auf die Videodokumentation zurückgegriffen. Dementsprechend ist die Arbeit der Konservator:innen nicht nur das Zusammentragen von wesentlichen Informationen und das Erstellen der Dokumentationen, sonder auch das Erarbeiten von geeigneten Archivierungsverfahren - insbesondere für audiovisuelle Dokumente, die rasch veralten. Aus diesem Grund interessiert sich unsere Fachgruppe für die Erhaltungsstrategien für darstellende Künste und hofft, einen kollaborativen Ansatz zu fördern.

Materialien und Datenträger

Die Überlieferung von Medienkunst oder audiovisuellen Dokumentationen performativer Künste erfolgt mittels diverser Datenträger, deren Materialität und Technologie sehr vielfältig sind. Dazu gehören u.a. Schellack- oder Vinylplatten, Filmrollen und Dias sowie analoge Magnetbänder und natürlich die Vielfalt der digitalen Datenträger: digitale Magnetbänder, Disketten, optische Datenträger wie CD-ROMs oder DVDs, Flash-Speicher wie USB-Sticks, Computer, Cloud Storage… Aufgrund der Material-Degradation oder obsolet werdenden technischen Komponenten - seien es Abspielgeräte oder veraltete Software - verfolgen Medienkonservator:innen Strategien wie Digitalisierung, Emulation oder Migration und sichern so die Inhalte der vorliegenden Datenträger.. Hierbei müssen vorab die entscheidenden Eigenschaften (significant properties), um die Integrität des Werkes aufrecht zu erhalten, berücksichtigt wie auch Standards definiert und eingehalten werden.
Eine weitere Herausforderung stellt die Beschaffung und Wartung des technischen Equipments dar, welches für ein Ersetzen obsoleter Technologien aber auch für konservatorische Massnahmen dringend nötig ist. Und nicht zuletzt ist nach einer Digitalisierung oder Migration auch eine sichere Langzeitarchivierung unumgänglich.

Koordination

Géraldine Feller, Ralph Michel
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